Monatsspruch Februar

Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.

Epheser 4,26

Es gibt aktuell genug Dinge, über die man verärgert sein kann! Einschränkungen meiner Freiheiten; Leute die mit verqueren Gedanken die Gesundheit vieler gefährden; Ungerechtigkeit; Bosheit; und so vieles mehr. Soviel Grund, in Zorn zu geraten! Und wer war nicht schon mal an dem Punkt, im Zorn am liebsten alles kurz und klein schlagen zu wollen, der Energie des Zornes nachzugeben?

Das ist ganz offenbar kein Problem nur unserer Neuzeit. Unser Monatsspruch kennt das auch schon, und der wurde vor fast 2000 Jahren von Paulus an die Epheser verfasst. Auch da sind es düstere Zeiten, in denen Paulus aus der Gefangenschaft an die Gemeinde schrieb. Auch da gab es genug Gründe, sich aufzuregen, wütend auf die Welt und das eigene Umfeld zu sein.

Und dann gibt Paulus einen – wie ich finde – sehr weisen Rat: „Lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen“. Eine starke Metapher, die ich so lese: Lasst den Zorn nicht Euer Leben übernehmen, Euer geistiges Wohl, Eure Gesundheit zersetzen. Denn dann geht die Sonne für Euch unter, dann ist da schlicht kein Licht mehr, das Euch die anderen, die schönen Aspekte des Lebens zeigen kann!

Es ist natürlich viel leichter gesagt als getan, im Zorn nicht zu sündigen, oder wie es eine andere Übersetzung formuliert: „dann ladet nicht Schuld auf euch, indem ihr unversöhnlich bleibt“. Versöhnung also suchen, mit jedem Menschen, der mich erzürnt? Ich denke, nein! Auch das tut mir nicht gut, weil dies vielleicht einseitig bleibt und nicht immer in einem Dialog endet. Meiner Ansicht nach ist es besser, sich selbst Wege heraus aus den schlechten Gedanken zu suchen! Nicht der Gewaltausbruch tut gut, sondern die Umkehrung der negativen Gedanken! Die Kraft, die sich entladen muss, sollte ich versuchen, sinnstiftend zu nutzen. Zum Beispiel dafür, meinen Blick ein paar Grad zu wenden, zu einer anderen Perspektive, die die Dinge „in einem anderen Licht“ zeigt, die vielleicht gar nicht mehr zornig machen muss.

Wenn mir das gelingt, wird die Sonne nicht untergehen. Dann wird das Licht der Sonne selbst zum Schönen, das mir zeigt, woran ich mich freuen kann. Dann kann ich vielleicht – und immer öfter – den Zorn überwinden!

 

Ihr Kirchengemeinderat Lars Eifler

 

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