Ansgarspiegel

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Jahreslosung 2019

"Suche den Frieden und jage ihm nach!"

Psalm 34.15

„Frieden, Frieden, Frieden“ sagt die alte Dame im Pflegeheim, als ich sie nach ihrem größten Wunsch für das neue Jahr frage. Sie hat den letzten großen Krieg als junge Frau noch sehr bewusst miterlebt und erlitten. Manchmal ist das jetzt alles wieder sehr präsent. „Das darf doch bitte, bitte nie wieder kommen!“

Sie weiß: Wer abends die Nachrichten im Fernsehen sieht, der muss registrieren, an wie vielen Stellen unserer Welt der Friede fehlt, brüchig und gefährdet ist. Auch wenn wir in unserem Land eine lange Zeit schon im Frieden leben dürfen - Gott sei Dank!

Eine gleichaltrige Freundin von mir hat sich erstmals an der Universität für eine Vorlesung eingeschrieben. Es geht um die Zeit der Weimarer Republik. „Ich möchte verstehen, was von damals heute bei uns schon wieder ähnlich ist“ sagt sie. Sie sorgt sich um den inneren Frieden in unserem Land. Er ist fast unmerklich in den letzten Jahren zu einer dünnen Schicht zusammengeschmolzen. Es droht nicht nur eine Klimakatastrophe der Temperaturen, sondern auch der kalten, erkälteten Herzen.

Gut, in diesen Zeiten eine Überschrift über diesem Jahr zu haben, die uns daran erinnert: Der Frieden versteht sich nicht von selbst. Er ist nicht einfach da. Wenn wir ihn nicht suchen, versuchen, wagen - dann ist er womöglich schneller weg, als wir uns das jetzt denken können. Frieden bedeutet Arbeit. Friedenserziehung ist nötig - und die fängt bei den Kleinsten an. Unsere Jahreslosung ist ein entwaffnender Satz. Abrüstung jetzt - auch im Kinderzimmer und bei den Computerspielen!

Eine wichtige Erinnerung ist sie auch, die Jahreslosung. An den Frieden, der so kostbar ist, dass wir ihm hinterherjagen sollen, wenn er schon um die nächste Ecke zu verschwinden droht.

Und das Wort in der Hebräischen Bibel, das mit „Frieden“ übersetzt ist, heißt: „Schalom“. Eigentlich meint es noch viel viel mehr als die Abwesenheit von Krieg. „Schalom“ ist das, was Gott für alle seine Geschöpfe will und wünscht: Ein Wohlergehen, eine Geborgenheit, Entfaltungsmöglichkeiten, die ihre Grenze nur an den Rechten der anderen Geschöpfe finden und sonst nahezu unbegrenzt sein sollen. Damit das Leben blüht und Frieden wächst.

Ich wünsche Ihnen allen und uns ein friedvolles neues Jahr, Anno Domini 2019.

 

Ihr Pastor Tobias Götting

 

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