Ansgarspiegel

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Monatsspruch Juli/August

Ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

Ps. 139,14

Wann haben Sie das letzte Mal ein Lob bekommen? Ist schon länger her? Überlegen Sie noch mal konzentriert!

Das deutsche Naturell kritisiert leider weit mehr, als dass es lobt. Wenn etwas nicht OK ist, wird das ausführlich lamentierend ausgeschmückt. Wenn etwas gut ist, dann ist es ja schon gut. Das braucht man dann nicht noch mit Worten zu bestätigen.

Und so bleibt vieles Gute ungesagt, und wird sehr oft ungelobt stehen gelassen.

Manchmal hilft nur, sich selbst wunderbar zu finden. Und auch das bekommt schnell den negativen Beigeschmack des narzisstischen.

Warum eigentlich? Nur wer sich selbst liebt, kann uneingeschränkt auch andere lieben. Und kann akzeptieren, dass andere einen lieben. Nur wer der eigenen Schöpfung etwas Gutes abgewinnen kann, kann gönnend auch auf andere blicken.

Der wunderbare Psalm 139 enthält hier die Aufforderung - nein, viel- mehr die Dankbarkeit, sich selbst als wunderbar gemacht beschreiben zu dürfen. Ich danke dem Herren, dass er mich so gemacht hat, wie er es hat: wundervoll! Voll Wunder. Und voll Wunder ist auch die Welt, sind auch seine (anderen) Werke. Das erkennt nicht nur mein Auge, das erkennt sogar meine Seele, also mein innerstes Wesen, mein Ich.

Sprechen Sie die Worte des Psalms einmal laut aus. Loben Sie sich einmal selbst. Und jetzt prüfen Sie in Ihrem Innersten nach: Habe ich mir dabei geglaubt? Oder schäme ich mich ein bisschen? Spreche ich die Worte wie, die eines Fremden, z.B. ein Gedicht, und distanziere ich mich von dem Inhalt, weil ich mich dieses Lobes nicht für wert halte?

Ich glaube, dass man diesen Monatsspruch nicht immer mit voller Überzeugung aufsagen kann, weil es zu viele Gemütsstimmungen gibt, in denen man sich selbst bemitleidet, ungeliebt, unliebbar fühlt. Und sich dann nicht zugestehen kann, wie wunderbar man ist.

Jedoch an den Tagen, an denen man mit voller Überzeugung hinter den Worten steht, ist man ein glücklicher Mensch!

Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich immer öfter glauben können, wenn Sie diese Worte im Gottesdienst oder woanders hören und mitsprechen. Denn jeder von uns ist (immer mal wieder) wunderbar!

Ihr Kirchengemeinderat Lars Eifler

 

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