Ansgarspiegel

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Monatsspruch Juni

Mose sagte: Fürchtet euch nicht! Bleibt stehen und schaut zu, wie der Herr euch heute rettet!

Exodus 14, 13


Der ausgewählte Bibelvers für diesen Monat findet sich im Buch Exodus, in dem das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten befreit wird. In diesem Teil der Erzählung stehen die Israeliten am Ufer des Roten Meeres, während die ägyptische Armee sich nähert. Im Moment der Furcht und Verzweiflung ermutigt Mose das Volk, auf den Herrn zu vertrauen und Zeuge seiner Rettung zu werden. Das ist eine mächtige Erinnerung an Glauben, Vertrauen und göttliche Erlösung.

Dieser Text ist vielschichtig, man kann ihn aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und verstehen. Hier ein paar Ansätze:

Historischer Kontext: Die Israeliten stehen vor einer scheinbar ausweglosen Situation: Das Rote Meer vor ihnen und die ägyptischen Streitkräfte hinter ihnen. Mose, als Führer und Prophet, spricht zu ihnen im Namen Gottes und fordert sie auf, sich nicht zu fürchten und fest im Glauben zu stehen. Dieser Moment ist entscheidend, denn er testet den Glauben des Volkes an die Verheißungen Gottes und ihre Bereitschaft, sich auf ihn zu verlassen.

Spirituelle Bedeutung: Der Vers spricht von einem tiefen Vertrauen in Gott, das über menschliches Verständnis und Logik hinausgeht. Es geht um die Überzeugung, dass Gott in der Lage ist, seine Versprechen zu erfüllen und seine Anhänger zu retten, selbst wenn die Umstände hoffnungslos erscheinen. Dies ist eine Aufforderung, sich nicht von Angst und Zweifel lähmen zu lassen, sondern in der Gewissheit der göttlichen Fürsorge zu stehen.

Anwendung auf das persönliche Leben: Jeder Mensch erlebt in seinem Leben Zeiten der Prüfung und der Herausforderung. Jeder von uns steht manchmal vor bildlichen „großen Wassern“ oder „herannahenden Armeen“, Symbole für unsere Ängste und Unsicherheiten. Wir können zuversichtlich sein: wenn wir uns auf eine höhere Macht verlassen, sind Lösungen und Rettung möglich. Auch wenn wir sie vielleicht noch nicht sehen können.

Die Macht des Stehenbleibens und Zuschauens: In einer Welt, die oft schnelle Lösungen und sofortiges Handeln verlangt, ist die Aufforderung, „stehen zu bleiben und zuzuschauen“, schwer zu verstehen und nachzu- vollziehen. Wir haben uns an mancher Stelle das Nachdenken abgewöhnt und nehmen uns dann zu wenig Zeit. Doch manchmal ist das bewusste Innehalten und Abwarten eine Form des Handelns, die Raum für Reflexion schafft und vielleicht sogar zu einem besseren Ergebnis führt.

Ein Denkanstoß: Wir könnten uns fragen: Wo in meinem Leben fühle ich mich gefangen zwischen „dem Meer und der Armee“? Wie kann ich meine Ängste überwinden, was (oder wer) kann uns hierbei unterstützen und helfen? Wir können uns darüber hinaus auch fragen: wie kann ich in meiner Gemeinschaft eine Quelle der Ruhe und des Vertrauens sein?

Und abschließend: Indem wir uns daran erinnern, dass wir nicht allein sind, wird es uns leichter gelingen, eine optimistische Perspektive aufrecht zu erhalten und uns zuversichtlich allen möglichen Herausforderungen zu stellen.

 

Kirchengemeinderätin Martina Ahlenstiel

 

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