Ansgarspiegel

Unser aktueller Gemeindebriefe zum Herunterladen.

nach oben

Monatsspruch September

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?

Mt 16,26

Machen wir uns nichts vor, wir streben alle nach Erfolg, die einen konsequenter, die anderen weniger! Aber am Ende steht immer das Ziel, „seine Schäfchen ins Trockene zu bringen“. Das ist ganz natürlich und evolutionär bedingt. Schließlich wacht man nur dann am nächsten Morgen auf, wenn man am Tag zuvor erfolgreich gejagt oder gesammelt hat. Oder, um im Heute zu bleiben, wenn das Konto ausreichend gedeckt ist, dass man sich etwas zu essen kaufen kann.

Am „erfolgreichsten“ wären dann die, die rücksichtslos, egozentrisch und gewissenlos vorgehen. Denn sie hält kein Gewissen davon ab, maximalen Profit zu gewinnen. Es gibt in der aktuellen Welt leider einige schlechte Beispiele, die dieses Schema spiegeln.

Unser Monatsspruch rät uns etwas anderes. Jesus spricht hier zu seinen Jüngern und bereitet sie auf seinen nahen Tod vor. Und er gibt ihnen Ratschläge, wie sie Sinn in seinem Tod und ihrem Leben fänden.

Ist Jesus Wort nur der Versuch, die Nicht-Erfolgreichen, also die Verlierer, zu trösten, zu ver-trösten?

Für mich ist unser Monatsspruch kein Vertrösten für Erfolglose. Denn Jesus schließt ein „gewinnen der Welt“ ja gar nicht aus. Ich bin ehrlich: z.B. über einen Lotto-Gewinn würde ich mich schon freuen und würde hoffentlich keinen Schaden an meiner Seele daran nehmen!

Jesus erklärt seinen Jüngern in diesem Gespräch weiter, man solle „sich selbst verleugnen“ – klingt hart, meint aber in diesem Kontext: Das Glück findet eben nicht der Egozentriker! Und weiter: Wer sein Leben „verliert“ (weniger drastisch: bedenkt), „der wird’s finden“, der wird seinem Leben einen Sinn geben können.

Man muss sich beim Leben und Streben in die eigenen Augen sehen können, ein gutes Gewissen dabei haben. Man sollte sich bei allem, was man tut, fragen, ob es der eigenen Seele gut tut. Ob das eigene Tun sinnstiftend ist oder ob man sich selbst dabei verliert?

Und so lese ich Jesu Ratschlag wie folgt:

Es gibt einen Sinn in jedem Leben, und der fußt nicht auf Materiellem.

 

Kirchengemeinderat Lars Eiffler

 

nach oben