Monatsspruch Februar

Freut euch darüber, dass eure Namen in Himmel geschrieben sind.

(Lukas 10, 20)

Zugehörigkeit ist ein Grundbedürfnis des Menschen, als erstes und vor allem: zur Familie, dann zu einem Freundeskreis und so weiter. In grauen Vorzeiten war Zugehörigkeit überlebensnotwendig. Wer aus der Gemeinschaft ausgeschlossen wurde und einsam durch die Steppe irrte, erlegte kein Gnu zur Nahrungssicherung und war ganz anders Gefahren ausgesetzt.

Heute kämen wir etwas besser allein zurecht (wenn auch nicht gut), aber das Zugehörigkeitsbedürfnis ist fest in unseren Genen verankert.

Aber es kommt etwas hinzu: Wer bin ich unter ungefähr 7,5 Milliarden Menschen auf der Welt? Nur ein Fast-Nichts? Das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, nach Bekanntheit..

Vor gut 50 Jahren prophezeite Andy Warhol, in Zukunft würde jeder für 15 Minuten weltberühmt sein. Das ist zwar nicht eingetroffen, aber das Bedürfnis ist da – nicht bei allen, aber bei vielen. Castingshows leben davon, Castingagenturen nicht minder. Und wie oft habe ich stolzgeschwellte Stimmen gehört: Ich war im Radio, im Fernsehen - oder wenigstens im Langenhorner Wochenblatt. Das Bedürfnis wahrgenommen zu werden nicht anonym, also namenlos zu sein, nicht als Nichts im Nichts zu verschwinden…

Wir verschwinden nicht, sagt Jesus, unsere Namen sind schon im Himmel aufgeschrieben, wir sind nicht bedeutungslos, und wir müssen für unsere Bedeutung nichts tun, wir sind Gott bedeutsam, einfach deshalb, weil es uns gibt. Man muss den Satz meditieren, vielleicht mehrfach am Tag, damit er in unseren Genen Anker fassen kann. Dann kann er eine wunderbare Entlastung sein, ich muss um meine Bedeutung nicht kämpfen, ich muss mich dafür erst recht nicht verbiegen, ich bin schon längst wahrgenommen!

Und dann kann ich meinetwegen auch ganz entspannt in Radio, Fernsehen oder im Langenhorner Wochenblatt auftauchen, wichtig für mein Selbstwertgefühl ist es aber nicht.

 

Helge Martens

 

nach oben