Monatsspruch März

Von Gebet und Fürbitte lasst nicht ab: Betet allezeit im Geist und dazu seid wach! Seid beharrlich in der Fürbitte für alle Gläubigen.

Epheser 6,18

Gebet – das Wort löst sofort Bilder aus: Da faltet jemand seine Finger bei gesengtem Haupt, und es riecht so ein bisschen nach Zwanghaftigkeit.

Das muss aber nicht so sein. Im Grunde meint Beten: Ich richte mich auf die Zukunft aus, ich erhoffe noch etwas von ihr: Wer betet, wer bittet, hofft. Wer nichts mehr erwartet vom Leben, muss auch um nichts mehr bitten, wäre ja verschwendete Energie.

Wach sein für die Frage: Was erwarte ich, was möchte ich, was kann ich, was soll werden?

Dabei weiß ich, dass nicht alle Wünsche in Erfüllung gehen. Das ist aber kein Argument gegen das Beten, Bitten, Wünschen.

Wir haben ja auch als Kinder nicht jeden Wunsch zu Weihnachten erfüllt bekommen und trotzdem nächstes Jahr wieder einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann geschrieben.

Wer um nichts bittet, bekommt – wahrscheinlich, es gibt ja auch Überraschungen – nichts. Und was ich erhoffe, wünsche, erbitte, bestimmt, worauf ich mich ausrichte, und bestimmt mit über das, was wird. Im Geist, also nicht geistloses, also sinnloses, Zeug.

Dazu wach sein: Man kann ja auch so dahindämmern und gar nicht mehr wissen oder spüren, was fehlt, was man braucht, was man (eigentlich) möchte. Auch das kann man so entscheiden, aber unser Briefverfasser ist entschieden der Auffassung, anders sei Leben sinnvoller.

Und beharrlich sein: Nicht immer gleich die Flinte ins Korn werfen, nicht zu früh aufgeben. Aber auch nicht zu spät aufgeben; wach sein bewahrt davor, dass aus Beharrlichkeit Sturheit wird.

Und Fürbitte: Also bitten für andere (auch nicht nur für die Gläubigen), d.h. auch, mich einsetzen für andere, denn die Welt besteht nicht nur aus mir. Nur für mich zu bitten, wäre wahrscheinlich nicht viel mehr als Egozentrik (auch wenn auch die für Zeiten ihr Recht haben mag)

 

Pastor H. Martens

 

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