Monatsspruch Oktober

Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.

Hebr. 10,24

Beim Betrachten unseres Monatsspruches kommt mir sofort der familiäre Gedanke in den Sinn: Eine Familie ist für mich eine intakte Familie, wenn man aufeinander aufpasst und das mit Liebe tut. Wenn man nicht nur passiv nebeneinander lebt, sondern sich aktiv gegenseitig fördert, anspornt, sich Gedanken zu machen, und schlussendlich zu handeln. Und wenn auch das mit Liebe geschieht, können ja nur gute Werke dabei herauskommen! Was liegt also näher, als diesen Gedanken auf die Gemeinschaft zu übertragen. Was im Kleinen gut ist, kann im Großen ja nur fantastisch werden. Oder?

Ich meine: Das hängt davon ab! Zuallererst davon, wer die Gemeinschaft formt, wie die einzelnen Individuen darin „ticken“. Eine intakte Familie „tickt“ in aller Regel ähnlich, es haben sich Gleiche zu Gleichen gefunden, man versteht sich oder weiß zumindest, wie der andere etwas meint. Auch wenn man nicht zu allem einer Meinung sein muss – das wäre ja schrecklich! – kann man den anderen verstehen. Weil man sich nah ist. Weil man den anderen liebt.

Aber verstehe ich in einer Gemeinschaft alle Mitglieder in ähnlicher Weise? Menschen sind Individuen, jeder ist anders. Das ist gut! Vielfalt ist wichtig für uns. Schon rein evolutionär betrachtet brauchen wir Vielfalt, um nicht zu degenerieren!

Nur, wenn ich in einer Gemeinschaft lebe, die vielfältig ist, komme ich naturgemäß mit manchen besser aus, als mit den anderen. Kann deren Gedanken besser verstehen als die der anderen. Auch das ist OK! Ich kann und muss nicht jedermanns Freund sein. Ich muss nur jeden mit dem gleichen Respekt behandeln. Aber ist es respektvoll, wenn ich auf jemanden Acht gebe, der das gar nicht möchte? Der das als übergriffig empfindet?

Hier endet mein Verständnis für das Wort Liebe im Kontext der Gemeinschaft. Daher möchte ich einen Wechsel der Vokabel vorschlagen: Wenn wir das Wort „Liebe“ durch das Wort „Respekt“ ersetzen, dann komme ich gedanklich aus dem kleinen Kreis der Familie auch zum großen Kreis der Gemeinschaft. Unserer Gemeinde, größer: der Christen, und vielleicht sogar aller Menschen. Wenn wir einander Respekt zollen, respektvoll miteinander, mit dem Leben an sich und dadurch auch mit der Natur umgehen.

Dann ist das ein aufeinander Achtgeben, das nicht übergriffig ist.

Dann entstehen gute Werke!

 

Ihr Kirchengemeinderat Lars Eifler

 

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