Monatsspruch Juli/August

„Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn“

Jakobus 1,19

Ja, wir sind alle schnell dabei, mit dem Reden: Rede und Antwort zu geben, gute Ratschläge, auch ungefragt, zu verteilen, unseren „Senf“ dazu zu tun, unsere Meinung kund zu tun.

Der Text fordert uns dazu auf, mit dem schnellen Reden und Antworten langsamer zu werden, bedachter.

Dass schnell aufschießender Zorn (Jähzorn) für mich selbst und meine Mitmenschen, die meine Wut trifft, nicht förderlich sind, liegt auf der Hand. Auch hier täten mehr Bedachtsamkeit, mehr Zeit zum vorherigen oder nochmaligen Bedenken, gut. Dabei soll nicht in Abrede gestellt werden, dass auch der Ausdruck von Ärger und Wut ihre Berechtigung haben. Hier geht es um den zu schnellen, zu jähen Zorn.

Im Text des Jakobus wird ein Loblied auf das Hören, das Zuhören, das Hinhören angestimmt.

Das Hören kann verschiedene Richtungen haben:

Da gibt es zum einen das Hören nach Außen, zu den Menschen um uns herum. Aktives Zuhören ist gar nicht so leicht. Schnell schießt uns eine Antwort, ein guter Rat über die Lippen. Ich will „Meines“, meine Meinung dazu loswerden und schon bin ich in Gefahr, mehr bei mir selbst zu sein, statt beim Gegenüber.

Es gibt aber auch ein Hören nach Innen, auf meine Innere Stimme. Nehme ich sie wahr? Traue ich ihr? Oder wird sie von unserem oft zu lautem Alltag übertönt ? Beim Arzt, im Kaufhaus, im Cafe´ … werden wir beschallt. Hat unsere innere Stimme eine Chance durchzudringen?

Die dritte Richtung könnte das Hören auf Gottes Stimme sein. Würde ich Gottes Stimme als solche wahrnehmen ? Wo und wie kann ich Gott hören? Im Gottesdienst? Im Gebet? In der Natur? Redet Gott zu mir durch die Menschen um mich herum, durch Dinge, die mir im Leben widerfahren?

Ohren lassen sich ohne Hilfsmittel nicht verschließen. Ich kann meine Augen verschließen vor dem, was ich nicht sehen und wahrhaben will. Ich kann mein Herz verschießen, z.B. vor der Not der Anderen.

Hören, Zuhören ist eine Kunst, eine Herzensgabe. Hören, Zuhören können erlernt werden.

 

Kirchengemeinderätin Angelika Trumpf

 

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