Ansgarspiegel

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Totengedenken

November ist ein düsterer Monat, dazu gehört auch das Totengedenken am Totensonntag. Schmerzliche Erinnerung an Menschen, die zu uns gehörten, die wir liebten, vielleicht brauchten.

Und auch der eigene Tod kommt drängender in den Blick. Immanuel Kant hat zu trösten versucht: „Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern; tot ist nur, wer vergessen wird.“ Ist das ein Trost? Irgendwann werden wir alle vergessen sein. Irgendjemand hat deshalb auch dagegengehalten: „Ich möchte nicht im Gedächtnis meiner Lieben weiterleben, sondern in meinem Wohnzimmer.“

Das Problem von uns Menschen ist, wir wissen, dass wir sterben müssen – und es macht uns (manchmal, nicht immer) Angst, es sei denn man nimmt es mit Humor wie Woody Allen: „Ich habe keine Angst vor dem Tod, ich möchte nur nicht dabei sein, wenn’s passiert.“

Andererseits: Die Grenze des Todes gibt unserem Leben Sinn. Würden wir nicht sterben, gäbe es nichts, wofür, woraufhin das Leben auszurichten Sinn machte. Leben ist dem Tode abgetrotztes Leben. Und gefeiertes Leben, weil es unendlich wertvoll ist – weil es begrenzt ist!

Das Christentum bringt das in den Symbolen von Kreuz und Auferstehung zur Sprache. Das Kreuz markiert den unausweichlichen Tod allen Lebens und Auferstehung feiert das Leben trotz des Todes. Der große Charles M. Schulz hat es in einem seiner Peanuts-Comics so formuliert: Charlie Brown sagt: „Eines Tages werden wir alle sterben, Snoopy!“ – Snoopy antwortet: „Stimmt, aber an allen anderen Tagen nicht.“

Wir gedenken unserer Toten, bedenken den Tod im dankbaren Wissen, dass wir leben, am Totensonntag, 20. November, in unserer offenen Kirche (von 10–12 Uhr) in Stille, bei Musik, in Meditation ausliegender Texte, in der Möglichkeit für unsere Toten eine Kerze zu entzünden, im Gebet. Und um 15 Uhr Andacht auf der Ansgargrabstätte, Ohlsdorf, nahe Kap 8.

Herzliche Einladung!

Helge Martens

 

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